Schlagwort-Archiv: Informelle Selbstbestimmung

Die OZ, Freiheit und Democracy

Eigentlich war alles ganz einfach. Ich las die „Ostsee-Zeitung“, um aktuell und regional informiert zu sein. Das meiste, was ich las, gefiel mir nicht. Weil es mir charakterlos erschien. Aber was solls – wissen was läuft hat eben seinen Preis. So löhnte ich Monat für Monat rund 10 €, um zu lesen, was mir nicht gefiel.

Unlängst bekam ich eine Mail von der OZ:

vielen Dank, dass Sie OZ+ nutzen und so immer gut informiert sind.Ihre Meinung ist uns besonders wichtig und wir möchten mehr über Ihre Interessen erfahren. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit für unsere Umfrage. Teilnehmen ist ganz einfach, klicken Sie auf den folgenden Link und schon geht’s los... Ein Hinweis in eigener Sache: Ab dem 27. April werden wir das SEPA-Lastschriftverfahren über die Firma GoCardless durchführen lassen. Für Sie ändert sich dadurch nichts und Sie können Ihr Abo wie gewohnt weiter nutzen.

Email der OZ vom 21.4.

Das gefiel mir nicht. So schrieb ich zurück:

Sie teilen mir so nebenbei mit, dass Sie ab 27.4. meine Abogebühren von CoCardless, einem international tätigen Finanzdienstleiter, einziehen lassen wollen. Sie erwarten also, dass ich einem mir unbekannten Dritten Zugriff auf mein persönliches Bankkonto gestatte? Da muss ich Ihnen leider nachdrücklich widersprechen.

Bitte teilen Sie mir mit, wie ich auf anderem und direkten Weg meine Abogebühren bezahlen kann.

Mail an OZ vom 22.4.

Keine Antwort, aber mit Wirkung von 1.5. von „OZ+“ ausgeschlossen.

Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist im Recht Deutschlands das Recht des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen. Es ist nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ein Datenschutz-Grundrecht…

wikipedia.de

Gilt aber nicht für die OZ. Die erpresst mich: Entweder gibt sie meine Bankdaten an einen Dritten weiter oder ich kann mir meine Informationen woanders beschaffen.

Freiheit und Democracy eben…

Es geht noch weiter:

Ich schrieb postwendend eine Mail an die OZ:

auf meine nachstehend zitierte Email vom 22.4. habe ich bislang keine Antwort erhalten. Statt dessen haben Sie mir aktuell den Abo-Zugang gesperrt. Ist das die moderne Form des Umgangs mit Kunden?!
Sie können mir den Zugang zum Abo verweigern, warum auch immer, aber nicht einmal antworten? Das hat Herr Ebel zwar schon einmal mir gegenüber praktiziert, spricht aber nicht für ihn und die von ihm geleitete Zeitung.

Mail an OZ vom 2.5.

Die Antwort kam postwendend, aber wie schon davor nichtssagend:

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir bemühen uns, Ihrem Anliegen schnellstmöglich nachzukommen und Ihre Frage zu beantworten…

OZ-Mail vom 2.5.

Aber, o Wunder, heute am 3.5. kann ich wieder OZ+-Artikel lesen. Warum auch nicht? Meine Bank vermerkt:

Ostsee-Zeitung GmbH + Co. KG. AboVertrag 6029672 OZ.DE 18.04-17.05.22 9,96 22.04.2022 | FOLGELASTSCHRIFT

Bankauszug vom 22.4.

Bis zum 17. Mai gilt also dieser Abo-Vertrag mit der Ostsee-Zeitung – ohne Mitwirkung eines von mir nicht akzeptierten Dritten. Warum also die online-Sperrung am 1. + 2. Mai? Wollte mir die OZ schon mal die Instrumente zeigen? Ich bin gespannt auf die seit dem 22. April ausstehende Antwort der Ostsee-Zeitung…

Zur Sicherheit mahnte ich am 14. Mai nochmals an:

Sehr geehrter Herr Chefredakteur Ebel,
sehr geehrte Damen und Herren

am 22. April schickte ich Ihnen eine Anfrage, die bis heute und trotz mehrfacher Erinnerungen unbeantwortet blieb. Für mich ist das unverständlich, zumal es um klare Geschäftsbeziehungen geht.

Dies ist meine letzte Erinnerung. Wenn Sie Ihr Schweigen fortsetzen, kündige ich mein Abo. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.

Email vom 14.05 an Abo-Verwaltung und Chefredaktion