Kategorie-Archiv: Kreisstadt Oranienburg

Übernachten im „Stadthotel“ Oranienburg

Das einzige Hotel, das der jetzigen Kreisstadt Oranienburg derzeit noch verbleiben ist, heißt „Stadthotel“, hat aber den Charme eines Arbeiterwohnheims. Etwas zu Essen gibt es erst ab 17:00 Uhr (Frühstück bis 10:00 ausgenommen), aber am Wochenende (Sonnabend und Sonntag) gar nicht! Zugleich gibt es in der Nähe/fußläufig auch keine andere Gastronomie. Da freut sich der Gast, der ohne Auto angereist ist und eigentlich das Oranierschloß und seine beiden Museen erleben wollte.

Nichts gegen das Personal, es ist zurückhaltend, aber wohltuend freundlich. Befremdlich hingegen, dass die Betriebsführung direkt der Firma Plastimat unterliegt, die auch die Hotel-Immobilie errichten ließ und besitzt. Wohl dadurch entsteht diese merkwürdige Atmosphäre, die den Gast doch etwas fremdeln lässt.
Ist diese aktuelle Hotelsituation wirklich das, was ein Landkreissitz in einer geschichtsträchtigen Stadt verdient hat?

Wer allerdings die Webseite des Hotels aufruft (https://stadthotel-oranienburg.de/de/), wähnt sich einer anderen Welt. Aber immerhin: Die angegebenen Öffnungszeiten der Küche stimmen mit der Wirklichkeit überein!

Einen Vergleich mit meinem jetzigen Wohnort Rostock erspare ich mir, zu groß sind die Unterschiede im Hotellerie-Bereich – trotz an beiden Standorten gleichermaßen wirkenden Probleme wie Corona, rückgängigem Einkommen und anderer wenig Mut machenden Einflüsse. Und wenn auch die „Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ mit der Nähe zur Ostsee punkten kann (zumindest im Sommer), eine so spannende und vielschichtige Geschichte wie Oranienburg kann Rostock nicht aufweisen! Zumal sie (die Geschichte) ganzjährig und nicht nur im Sommer erlebbar sein könnte!

Trotzdem boomt die Hotellerie in Rostock, obwohl auch hier (Fach-) Arbeitskräftemangel herrscht und es im Winter wenig Nachfrage gibt. Es kommen sogar immer noch neue Hotels dazu! Ein aktuelles Beispiel ist das in der Endphase der Fertigstellung befindliche Hotel Radisson (siehe u.a. https://www.ostsee-zeitung.de/lokales/rostock/baustelle-radisson-hotel-rostock-leser-koennen-exklusive-fuehrung-gewinnen-AZCPGVWNHBBCZMXWZPNLVNZQ4M.html).

Aber zurück zum oranienburger „Stadthotel“. Dort sparte der Bauherr selbst bei den Fenstern. Wir hatten ein Zimmer im 2. Stock, aber der Straßenlärm kam so ungemindert herein, dass ich erst einmal nachschaute, ob vielleicht eines der beiden Fenstern angeklappt oder noch weiter offen wäre. War es aber nicht. Trotzdem hörte man nicht nur den morgendlichen, intensiven Verkehr sehr deutlich, sondern selbst wenn sich zwei Personen vor dem Gebäude unterhielten, hörte man sie deutlich! Das sind Übernachtungsfreuden der ganz besonderen Art!