Monatsarchiv: April 2021

„Klimaschützer“ in Rostock

Die „Ostsee-Zeitung“ meldet am 16. April 2021 folgendes:

Das Steinkohlekraftwerk im Rostocker Seehafen geht 2034 vom Netz. Eine Mehrheit in der Bürgerschaft aus Grünen, Linken und SPD will aber schon vorher aus der Fernwärmeversorgung aussteigen. Die Kraftwerksbetreiber bezweifeln, ob das dem Klima wirklich helfen würde.

Da kommt man doch ins Grübeln. Grüne, Linke, SPD – es tut richtig weh, wie viel total ignorante Abgeordnete wir Rostocker gewählt haben. Wer nicht einmal so einen einfachen Sachverhalt begreift, dass ungenutzte Abwärme den Klimawandel nicht bremst, sondern beschleunigt, wie kann der komplexere Entscheidungssituationen richtig bewerten?

Um es noch einmal und so einfach wie möglich zu erklären: Die Abwärme durch den Betrieb des Kohlekraftwerkes entsteht in jedem Fall, ob sie nun anteilig zwecks Fernwärmenutzung übernommen wird oder im Kühlturm als Dampf entweicht. Sie ist also „klimaneutral“, denn ihre anteilige Übernahme für das Rostocker Fernwärmenetz beeinflusst nicht im geringsten die CO2-Emissionen des Kohlekraftwerkes. Anders im Fall einer Fernwärme-Erzeugung auf der Grundlage von Erdgas. Dann entsteht unvermeidlich (zusätzlich) CO2.

Diese einfache Bilanz versteht jedes Mitglied der „Friday-for-Future“-Bewegung. Warum dann nicht auch ein Bürgerschaftsmitglied der Grünen, SPD oder Linken?

Statt dessen gibt es Bürgerschaftsmitglieder und andere Akteure, die glauben, man könne aus einem Stoff , der zu 75 % aus Wasser besteht, „grüne Energie“ gewinnen.

Wer schafft es, so ein Vorhaben ohne Verbalinjurien zu kommentieren?

Volle Zustimmung für einen „Blitz“-Leserbrief

In der aktuellen Ausgabe des „Rostocker Blitz“ vom 4.4.2021 gibt es einen Leserbrief „Die Welt schaut auf Rostock!“, dem ich voll zustimmen kann. Leider ist er im Bereich „Leserbriefe lesen“ nicht dokumentiert (wirkt wie Zensur), sondern kann nur als E-Papier nachgelesen werden. Ich zitieren deshalb ausschnittsweise:

… Ich dachte, ich spinne als ich den Beitrag über das archäologische Landesmuseum … las. Da wollen sich die Stadtväter dann mit dem Guggenheim Museum in New York und dem Kunsthistorischen Museum in Oslo vergleichen… 55 Millionen sollen verschleudert werden… Und dann soll bei dem Neubau auch noch ein Leuchtturm stehen, damit man von von besser die kaputten Gehwege und Straßen sehen kann…

Rostocker Blitz vom 4.4.2021, Seite 2, Leserbrief Peter-Jörg Schneppe

Es steht noch mehr Kluges im vorgenannten Leserbrief, aber ich belasse es mal bei den kaputten Gehwegen und Straßen. Die sind ein ständiges Übel für alle, die zum Einkaufen, zu Arztterminen, zur Apotheke und anderen dringlichen Angelegenheiten außer Haus müssen und nicht so gut zu Fuß sind, vielleicht sogar einen Rollator benutzen müssen. Leider haben wir Angeschlagenen in Rostock zwar einen Senorenbeirat, aber auf den hört kaum einer. Anders als bei den Radfahrern, die bekommen fast jeden (Sonder-) Wunsch erfüllt…

Fußgänger leben gefährlich…

… wenn Radfahrer in der Nähe sind. Auf meinem Weg zum Briefkasten geht es einen Hang hinab. Die Strecke ist gepflastert und die Pflasterung in keinem guten Zugang. Man kann leicht stolpern, aber das mittige Geländer gibt Sicherheit.

Leider wird der Weg auch von Radfahrern benutzt. Bergab fahren sie ungebremst, Fußgänger können schließlich aufpassen! Bergauf geht es mit einem Elektrofahrrad auch sehr zügig. Fußgänger können schließlich ausweichen!

Auf dem Weg zum Briefkasten hatte ich unlängst drei Kampfradler-Erlebnisse. Beteiligt waren ganz verschiedene Altersklassen: Auch das Mittelalter genießt offenbar gern den Geschwindigkeitsrausch.

Der Weg ist für Radfahrer zugelassen, entgegen allen Regeln über Mindestbreiten usw., über die wir bei anderen Vorhaben belehrt werden. Schön für die Radfahrer, aber wenn mich Ü-80jährigen so ein Temporadler umnietet, werden meine gebrochenen Knochen nie wieder so, wie sie jetzt noch sind. Doch das fällt ja in den Zuständigkeitsbereich des Sozialsenators und muss den Verkehrssenator nicht weiter stören…