Monatsarchiv: März 2021

Eingeladen, aber nicht eingelassen…

Da erreichte mich unlängst eine interessante Einladung:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir laden Sie ein, am kommenden Freitag, 26. März 2021 von 14.00 – 16.00 Uhr in einer Online-Veranstaltung die Ziele und den Stand unserer Planungen zur Wärmewende in Rostock kennen zu lernen.
Wir freuen uns insbesondere über den Impuls-Vortrag von Agora Energiewende, einer bundes- und europaweit agierenden Denkfabrik. In deren aktueller Studie „Klimaneutrales Deutschland“ wird gezeigt, welche Potentiale der Wärmesektor für eine schnelle CO2-Reduzierung hat.
Rostock verfolgt, um die Wärmewende einzuleiten, die Strategie alle relevanten Akteure im kommunalen Wärmebereich zusammenzubringen. Ziel ist ein konkreter, gemeinsam abgestimmter Entwicklungspfad zur Klimaneutralität im Wärmesektor. Rostocks Weg könnte dadurch Vorbild für andere Kommunen werden.
Anhängend erhalten Sie unsere Einladung mit dem Veranstaltungsprogramm.Bitte senden Sie für Ihre Teilnahme ein Mail an umweltamt@rostock.de
Sie erhalten dann eine Anmeldebestätigung und den Einwahl-Link zur Online-Konferenz.
Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und Ihr Mitwirken am Gestaltungsprozess.
Gern können Sie diese Einladung an andere Interessierte weiterleiten.

Email von der Klimaleitstelle Rostock, unterschreiben von Frau Zander und Herrn Hempfling

Natürlich habe ich mich sofort angemeldet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne nehme ich an der Wärmeplan-Veranstaltung teil.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Günter Hering

Email an das Umweltamt Rostock vom 22.03.

Seitdem wartete ich auf den Zugangscode. Aber der traf nicht ein, nicht einmal kurz vor Beginn der Veranstaltung. Ganz schön doof, wenn den Einladenden nicht einmal eine brauchbare Ausrede einfällt („zu viel Anmeldungen“, „technisch begrenzte Teilnehmerzahl“ oder ähnliches). Interessierte Bürger haben auch noch Anderes zu tun – und sie lassen sich ungern an der Nase herumführen. Insofern erhoffe ich mir eine Erklärung / Entschuldigung seitens des Umweltamtes Rostock.

Nachtrag zur Gutenbergstrasse

Eine Informationsrunde im Ortsamt Dierkow brachte „Klarheit“: Für die Sicherheit der Radfahrer in Bereich der Gutenbergstraße ist die Straßenbauverwaltung zuständig, für den Weg parallel zur Straße aber das Grünamt. Insofern kann dieser Weg einfach nicht den Radfahrer gewidmet werden – die Abmessungen stimmen nicht!!! Und deshalb setzen wir die Radfahrer (und auch diese sich selbst) lieber den Gefahren auf der schmalen Gutenbergstrasse aus! Ein Bild mag das verdeutlichen:

Der helle Streifen zwischen Straße und Gleisen ist der Weg, der ein sicherer Fahrradweg sein könnte – wenn die Bürokratie nicht wäre!! (Quelle: Google Maps

Rostocker Fahrradforum

Fahrradformum am 11.3. / Gutenbergstrasse

Sehr geehrter Herr Flachsmeyer, sehr geehrter Herr Nozon,

als Einwohner von Dierkow-Ost und als Gast nahm ich an der gestrigen Sitzung des Fahrradforums teil – und bin ziemlich erschüttert. Am Thema „Gutenbergstraße“ spielt(e) sich offenbar im Kleinen ab, was wir kritischen Bürger Rostocks oft auch bei größeren Vorhaben wahrnehmen: Es werden Aspekte einfach ausgeblendet/geleugnet, um bestimmte Interessen durchzusetzen.

Der MIV-Präsentation entnehme ich folgende, anteilig unzutreffende Aussagen und kommentiere letztere in Kursivschrift:

  1. Radverkehr muss die Fahrbahn benutzen (StVO) – aber nur dann, wenn kein gesonderter Radweg vorhanden ist.
  2. erwachsene Radfahrer(innen) nutzen regelwidrig die Gehwege – Plural falsch, es gibt nur einen Gehweg auf der Häuserseite. Und es fahren nur wenige Radfahrer auf dem Gehweg, u.a. deshalb, weil er in einem miserablen Zustand ist.
  3. Lkw-Anteil ca. 1% (gering) – das entspricht nicht den Wahrnehmungen von uns Anwohnern. Der Lkw-Anteil ist höher, zusätzlich sollten die zeitweilig haltenden Lkw*s (Warenanlieferungen) berücksichtigt werden.
  4. Gutenbergstraße ca. 560 Kfz/h – diese Zahl mag aus der Zeit stammen, in der der Petridamm gesperrt war. Unter normalen Bedingungen ist die Zahl der Kfz/h deutlich geringer.
  5. Im Rahmen der Deckenerneuerung sind aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (beidseitige Baumallee) und der vorgegebenen begrenzten Fahrbahnbreite von ca. 8,00m Schutzstreifen die einzige Möglichkeit, die Sichtbarkeit des Radverkehrs in der Gutenbergstraße zu verbessern und somit die Verkehrssicherheit zu erhöhen – das gilt aber nur, wenn der vorhandene, gesonderte Radweg ignoriert wird! Wenn MIV die Baumstandorte aus geoport-hro entnehmen konnte, dann war/ist das zweifellos auch  für den Radweg möglich, aber offenbar vorsätzlich nicht gewollt – weil dann das „Problem“ der Sichtbarkeit auf der Straße entfällt.

Es drängt sich eine Analogie zur Situation in der Langen Straße auf: Die Radfahrer werden ohne Not in den fließenden Kfz-Verkehr  gezwungen. Unter solchen Bedingungen von einer Erhöhung der Verkehrssicherheit zu sprechen, halte ich für makaber.

„Autoverkehr sollte grundsätzlich unattraktiver gemacht werden“ – diese fragwürdige Aussage findet sich auch im Fahrradforum. Da ich altersbedingt nicht mehr radfahren kann, sondern im Bedarfsfall auf meinen Pkw angewiesen bin, könnte ich mich auf die gegenläufige Position stellen und fordern (auch angesichts des recht häufigen Fehlverhaltens von Radfahrern), die Radfahrer nicht unnötig zu begünstigen. Beide Sichtweisen halte ich kommunalpolitisch für nicht haltbar.

Wer beim Begriff „kommunal“ nachschlägt, landet bei (nahezu) allen Quellen bei derselben Ausgangsdefinition: „lateinisch communalis = zur ganzen Gemeinde gehörend“. Partikularinteressen sollten/können auf Dauer nicht die „ganze Gemeinde“ dominieren – weder die Interessen der Radfahrer noch die der anderen Verkehrsteilnehmer.

Jetzt bin ich allerdings nicht mehr in der Gutenbergstraße, sondern im Rathaus und seiner Verwaltung gelandet. Das ist ein zu weites Feld für eine Email.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Günter Hering